
Die DJ-Kultur erlebt aufgrund der technologischen Entwicklung zurzeit einen radikalen Umbruch. Digitales Djing, Liveremixing und MP3-Shops tragen der technologischen Entwicklung Rechnung.
Da ich nicht zu den ewig Gestrigen gehöre, sondern gerne neue Möglichkeiten nutze, habe ich mich zum Kauf von M-Audios Conectiv & Torq (inkl. Vinyls) entschieden.
In Foren wird momentan heiß über das Gerät diskutiert und es tauchen viele Fragen auf. Deswegen im Folgenden ein kleines Review:
Lieferumfang

Die Conectiv Vinyl Version kommt in einer etwa Schallplattengrossen Kiste ins Haus geflogen und enthält das Nötigste, was man zur Verkabelung und fürs Auflegen braucht:
- Conectiv Audiointerface
- USB-Kabel
- 2x Timecode Vinyl
- 2x Timecode CD
- CD mit Treiber und Torq DJ-Software
Damit erklärt sich auch, warum Conectiv so vergleichsweise günstig ist. Das USB-Kabel ist recht kurz gehalten, es fehlt ein gedrucktes Handbuch, es liegen keine Cinch-Kabel bei und ein externes Netzteil fehlt. Bis auf letzteres nicht weiter tragisch, da eigentlich in jedem gut geführten Haushalt genug Kabel rumschwirren.
Mich stört auch das fehlende Netzteil nicht, da ich komplett auf Digital umgestiegen bin, wer aber ab und zu seine Plattenspieler analog durch das Interface durchschleifen will ohne sein Notebook anzuschalten, der hat Pech gehabt oder muss sich ein Universalnetzteil besorgen.
Installation & Hardware
Die Installation ist denkbar einfach:
1. Treiber installieren
2. Torq installieren
3. Conectiv ans Notebook anstecken
4. Plattenspieler an Conectiv anschließen
5. Conectiv-Out in die Mixer Line-Ins einstecken
6. fertig!

Der Aufbau bzw. Abbau sollte sich auch im laufenden Clubbetrieb leicht handlen lassen. Das Interface macht einen robusten Eindruck und sollte den ruppigen Clubgegebenheiten sicher trotzen.
Interface
Die Bedienoberfläche von Torq ist gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich darauf eingestellt hat, sehr intuitiv und gut zu bedienen. Farblich lässt sie sich über diverse Skins anpassen.
Pro Deck gibt es die üblichen Funktionen, wie Loops, Trackanzeige, Cuepoints, usw, wie das folgende Bild zeigt.

Die Anzeige der Tracks ist meiner Meinung nach sehr gelungen, da man stets weiss, wo man ist und auf Breaks schnell genug reagieren kann.
Leider ist der Vollbildmodus kein wirklicher Vollbildmodus a la Ableton oder Traktor, da das Fenster nur auf dem Schreibtisch vergrössert wird. Ich hoffe hier besser M-Audio noch nach.
Mixing
Es gibt zwei grundsätzliche Modi zum Mixen mit Torq:
1. Der Interne Modus ohne Kontrollvinyls oder –CDs funktioniert wie bei Traktor. Der interne Mixer ersetzt den externen und per Pitchknöpfen oder automatischem Beatmatching sitzen die Tracks an der richtigen Stelle. Vorhören kann man über das Conectiv-Interface, bei dem sich die Kopfhörereinstellungen über Potis steuern lassen. Für ne Privatparty ohne Decks sicher eine nette Sache.
2. Spannender wird’s beim Modus mit externer Steuerung über Control-Vinyls oder –CDs:
Das Handling ist „wie echt“. Man hat das Gefühl eine „reale“ Schallplatte zu spielen. Scratchen oder Rewinds sind für Torq keine Hürde. Über einen „Quickscratch“-Knopf kann man sich per einem Klick ein Sample auf eines der Decks legen und losscratchen.

Da es bei der externen Steuerung kein automatisches Beatmatching gibt (würde auch logisch gedacht keinen Sinn machen) ist hier Handarbeit angesagt. Eine nette Hilfe ist dabei die Taktraster der Trackanzeige, bei denen man direkt sieht, ob ein Track aus dem Ruder läuft.
Ärgerlich ist, dass sich im externen Modus der interne Mixer nicht verstecken lässt. Da das aber eins der meistgewünschten Features im Torqforum ist, wird das sicher in Kürze eingebaut.
Datenbank
Neben dem Interface ist die Datenbank das wichtigste Feature, um im Club die Übersicht über seine Tracksammlung zu behalten, die mit einer genügend großen Festplatte mehrere Tausend Tracks umfassen kann.
In der Datenbankansicht in Torq werden die wesentlichen Informationen, wie Trackname, Künstler, Länge, BPM, etc… angezeigt. Beim Importieren werden die Tracks automatisch analysiert, was ein bisschen dauern kann.
Torq bietet mehrere Möglichkeiten zur Sortierung seiner Sammlung: Man kann sich wie im Dateimanager eine Ordnerstruktur anlegen, die durchforstet wird oder nutzt die iTunes Anbindung. Über Playlists lassen sich DJ Sets noch mal gesondert zusammenstellen.
Dj-Sessions werden übrigens geloggt. Ein nützliches Feature, falls mal wieder einer der üblichen Verdächtigen nach einer Tracklist eines Mixes fragt.
Und wer dabei noch die Übersicht verlieren sollte, nutzt einfach die integrierte Suche, die schnell und effektiv das findet, was man sucht.
Bei falsch formatierten ID3 Tags kann es dazu kommen, dass nur der erste Buchstabe angezeigt wird. Das ist aber nur in Ausnahmen so und M-Audio wird da hoffentlich noch nachbessern.
Effekte
Die Effektsektion umfasst 10 Effekte, die sich auf jeweils 3 Slots für das jeweilige Deck verteilen lassen. Vom Flanger bis zum Beatzerhacker ist das übliche Repertoire vertreten.
Qualitativ überzeugend sind die rhythmischen Effekte, während das Reverb im Vergleich zum Produktionsstandart ziemlich „hölzern“ klingt. Für den Club sollte es allerdings ausreichen. Wer sich trotzdem noch seine teuren Supereffekte rein laden will, kann dazu die VST-Schnittstelle nutzen.
MIDI-Funktionalität

Torq bietet die Möglichkeit, die meisten Funktionen via MIDI zu steuern. Die Einrichtung ist sehr einfach. Einfach Rechtsklick auf die Funktion und Controller Mididaten senden lassen. Die Reaktion auf externe Befehle erfolgt direkt und butterweich. Mir fehlt allerdings noch eine Soft-Takeover-Funktion.
Ich empfehle auf jeden Fall einen externen Controller, da mit einem persönlichen Midimapping die Post abgeht. Loops triggern, Effekte steuern oder Samples über den integrierten 8-Slot-Sampler abfeuern werten ein DJ-Set immens auf.
Rewire
Groß angepriesen und groß enttäuscht. Das Rewire-Feature ist das einzige, was mich an Torq bzw. der Ankündigung ärgert, denn wirklich nutzbar ist es nicht.
Torq wird im Rewire-Modus, z.B. mit Ableton, als Slave geführt. Das hat mehrere Nachteile:
1. Das Tempo lässt sich nur vom Host, also Ableton, kontrollieren.
2. Die externe Steuerung via Controlvinyls ist nicht möglich. Torq funktioniert im Rewire-Modus nur mit dem internen Mixer.
Schade, denn ich hätte Torq gerne mit den Live-Funktionen von Ableton verbunden und dabei die Plattenspielerkontrolle genutzt.
Fazit
Torq ist ein hochwertiges DJ-System mit netten Zusatzfunktionen, die ein DJ-Set beleben können. Die Datenbank ist übersichtlich und das Handling „wie in echt“. Mit dem Programm ist digital auflegen kreativ und macht Spaß!
Da Torq erst in der Version 1.0.2 verfügbar ist, verschmerze ich die paar Mankos, was Bedienung und Interface angeht und vertraue der guten M-Audio Updatepolitik.
Weitere Informationsquellen:
- M-Audio Produktseite
- Das offizielle Torq-Forum
- Weitere Links zu Torq & Conectiv
14 Kommentare »
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[...] Nachtrag: Review lesen… [...]
Pingback von Multiple Extase » M-Audio Conectiv — 7. Januar 2007 #
DAS VINYL IST TOT! LANG LEBE DAS VINYL!
Kommentar von Micha — 11. Januar 2007 #
cooles Review allerdings weiss ich immer noch nicht ob ich mir Serato, FS2 oder Torq zulege hahaha…
naja zuerst mal mein FS1 verkaufen und dann werde ich mich schon entscheiden.
Was mir an Torq halt übelst missfällt ist die Plastik Kiste …
Kommentar von TRICK — 12. Januar 2007 #
Toller Bericht! Daumen hoch! Danke!
Hab zur Zeit noch FS2 und bin ernsthaft am Überlegen zu wechseln. War schon ne Frechheit was sich zum Jahresende NI und Stanton geleistet haben. Die brauchen sich nicht wundern, wenn sie jetzt ihre Kunden verlieren…
Aber mal sehen!
Liebe Grüße
Michi
Kommentar von Michi — 8. Februar 2007 #
[...] Germany, hardware, history, instruments, M Audio, oddities, Reviews, Torq & more. 0. By Peter. 2007-Feb-14@13:59. Roland, Edirol, BOSS Vista CompatibilityUpdate [...]
Pingback von Create Digital Music » Good Reading, in English and German — 14. Februar 2007 #
hey, ist das der Skin den ich gemacht hab ? ^^
Kommentar von hazett — 23. Februar 2007 #
hehe, ja.
der ist spitze, weil er die wichtigen elemente farblich gut betont.
Kommentar von Matthias Kandel — 24. Februar 2007 #
M Audio Conectiv scheint mir ja eine richtige Alternative zu Final Scratch und konsorten zu sein, da die anderen Produkte
meiner Meinung nach zu Kostspielig sind.
Jetzt hab ich wieder einen grund Meine Alten Plattenspieler aus dem Speicher zu holen und wieder benutzen zu können.
Kommentar von Mark Schreiber — 24. Mai 2007 #
Wie kann ich denn eigentlich meine normalen platten über den interface anschließen ? Oder eher gesagt , geht es eine normale vinyl und eine Torq Vinyl , gleichzeitig laufen zu lassen ?? Hoffentlich antwortet mir noch jemand !!
Greetz der Marv
Kommentar von Marv — 10. Juli 2007 #
es ta chingon el programa
Kommentar von ERIK COB — 14. September 2007 #
[...] ersten Eindruck von damals kann man HIER [...]
Pingback von matthiaskandel.de - Multiple Extase Weblog — 28. September 2007 #
[...] für die eindrucksvollste Verpackung geht diesen Monat an Thomann, die neben den bestellten zwei Torq-Controlvinyls der geräumige Luxusverpackung auch jede Menge Luft und Polsterkissen beigelegt [...]
Pingback von matthiaskandel.de - Multiple Extase Weblog — 17. Dezember 2007 #
hey leute ich hab ne problem
ich hab das m-audio conective gekauft und probiert die software auf windows vista sp1 zu intalieren hab sie dann bei m-audio runtergeladen und dann installiert hata uch geklappt aber mein pc erkennt das interface nicht er versucht auch den treiber zu finden aber das funktioniert nicht
bitte um antwort
mfg nils
Kommentar von Nils — 13. August 2008 #
da ich weder vista, noch mehr das conectiv interface habe, kann ich dir nicht weiterhelfen.
probiers mal hier: http://www.torq-dj.com/forum/index.php
Kommentar von Kandel — 13. August 2008 #